Über das Projekt

Entwicklung und Einführung von Lehrmodulen der Konfliktforschung für Universitäten im Kaukasus und in Zentralasien

Sowohl der Kaukasus als auch Zentralasien gelten innerhalb der ehemaligen UdSSR als besonders konfliktsensible Regionen. Während die Intensität der gewaltsam ausgetragenen Konflikte in der letzten Zeit zwar abgenommen hat, sind latente Konflikte um natürliche und administrative Ressourcen noch immer von starker Bedeutung. Gleichzeitig ist besonders Zentralasien zu einem wichtigen Adressaten westlicher Entwicklungszusammenarbeit geworden. Aufgrund gesellschaftlicher Umbrüche in den letzten Jahren sind konfliktbearbeitende traditionelle und informelle Institutionen oft überfordert.

Der Bedarf nach adäquat ausgebildeten lokalen Konflikt- und Entwicklungsexperten für die Wissenschaft, die Zivilgesellschaft sowie den wirtschaftlichen und politisch-administrativen Bereich ist in den kaukasischen und in zentralasiatischen Ländern mittel- bis langfristig hoch.

Im Mittelpunkt des Projektes steht die Ausarbeitung einer aus vier Modulen bestehenden Lehreinheit „Lokale Konflikte verstehen – Entwicklungschancen nutzen“ und deren Einführung an zwei ausgewählten Pilot-Universitäten im Kaukasus und in Zentralasien, der Universität Naltschik (Nordkaukasus/Russland) und der Universität Osch (Fergana Tal/Kirgisistan). Die Lehrmodule  werden in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Region entwickelt.

Ziel des Projektes ist die nachhaltige Etablierung der Lehreinheit „Lokale Konflikte verstehen – Entwicklungschancen nutzen“ in die Curricula, der in das Projekt involvierten Institute.

Detaillierte Informationen über das Projekt finden Sie in folgenden Dokumenten:

1.  Auszug aus dem Projektantrag zur Einreichung bei der Volkswagen-Stiftung (Stand: 20. Juli 2009)  im PDF-Format (530 KB).

Zwei der wichtigsten Ergebnisse dieses Projekts sind ein im Nordkaukasus unter der Leitung des Projektteams an der KBSU entstandenes Masterprogramm mit dem Schwerpunkt Konfliktsoziologie und ein Graduiertenkolleg zur empirischen Konfliktforschung. Das Nachfolgeprojekt Institution-Centred Conflict Studies (ICCS), das im Jahr 2015 von der Volkswagen-Stiftung genehmigt wurde, wird das Erreichte absichern und in dreierlei Hinsicht erweitern:

- ICCS soll das entwickelte Programm auf Adygeja im Nordkaukasus und Abchasien sowie Adscharien im Süd-Kaukasus ausdehnen.
- In Kooperation mit dem Zentrum für Konfliktforschung (CCS) der Universität Marburg und dem Institut für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) in Bielefeld will das neue Projekt die Lehre verbessern und sowie eine Option auf Abschlüsse in Deutschland schaffen.
- In der Forschung beabsichtigt ICCS das bestehende Graduiertenkolleg in Naltschik als Anker zu nutzen um Doktoranden und promovierte Dozenten/-innen aus der Region methodisch fundierte empirische Konfliktforschung zu ermöglichen.

Weitere Details und die aktuelle Ereignisse finden Sie auf der Seite des Graduiertenkollegs.